Was haben Kochen und Rhythmisch musikalisches Erziehen miteinander zu tun? Für die meisten wenig. 19 Teilnehmern jedoch öffnete das Weiterbildungsprojekt Rhythmisch-musikalische Erziehung mit Grundschulkindern Augen und Ohren für Klangerlebnisse, auch aus der Küche.
Von Februar 2006 bis April 2007 fand das Weiterbildungsprojekt Rhythmisch-musikalische Erziehung mit Grundschulkindern in Münster statt. Durchgeführt wurde die Weiterbildung von der Katholisch-Sozialen Akademie Franz-Hitze-Haus in Kooperation mit dem Bildungswerk Rhythmik e.V. unter der Fachbereichsleitung von Ludger Schulte-Roling. In fünf Blockseminaren mit insgesamt 106 Unterrichtsstunden referierten Monika Mayr, Frauke Meinhard und Brigitte Schmitter-Wallenhorst, wie Rhythmik als musik- und bewegungsorientierte pädagogische Methode zur Förderung von wahrnehmenden, motorischen, kreativen und sozialen Fähigkeiten eingesetzt werden kann.
Zu viele Köche verderben den Brei
Ganz nach dem Motto „Zu viele Köche verderben den Brei“ konnten sich die Teilnehmer auf die einzelnen Referenten und ihre Themen konzentrieren. Wie bei einem guten Vier-Gänge-Menü bauten die einzelnen Elemente aufeinander auf und ergänzten sich zu einem Gesamtkonzept, dass ein breites Spektrum der Rhythmik abdeckte.
Dromedare und Rhythmus als irrationales Prinzip
Einen Vorgeschmack, wie bewegungsorientiert das Seminar wird, bekamen die Teilnehmer schon direkt am Anfang. Nach dem kurzem Vosinasi auf Stühlen, ging es auf allen vieren mit den Stühlen auf dem Rücken weiter: Als Dromedar im regelmäßigen Wechsel der Tempi stöhnen und grämlich gucken, ohne zu vergessen, in den Pausen zu spucken – diese Aufgabe löste alle Hemmungen. Und was bei den Erwachsenen funktioniert, ist auch für die Schüler sehr gut geeignet. In dieser lockeren und positiven Stimmung waren die Pädagogen natürlich gespannt auf die weiteren Übungen.
Das Ziel der Rhythmik, Musik, Bewegung und Sprache zu verbinden, um die Persönlichkeit weiter zu entwickeln, setzen die Teilnehmer gruppendynamisch um. In der Gruppe lernte jeder den eigenen Körper und die Körpererfahrungen als Vorbereitung für das Instrumentalspiel zu nutzen. Im Laufe des Projektes lernten sie, trotz verkrampfter Gesichtsmuskeln zu lächeln und brachten in TaKeTiNa-Einheiten die von Emile Jaques-Dalcroze beschriebene Willenskraft auf. mehr..